Inflationsrate im Mai leicht gesunken
Sie ist der Schrecken aller Vermögenden: die Inflation. Bedingt durch die Inflation wird ein nominell gleich bleibender Geldbetrag real weniger wert. Wird das Geld nicht mit ausreichend hoher Rendite angelegt, also einer Rendite die über die Inflationsrate liegt, so verliert man effektiv Geld. Betroffen sind davon vor allem Anlageformen mit geringen Zinsen.
Nach der Finanzkrise war und ist weiterhin eine hohe Inflationsrate zu erwarten. Das hat aus ökonimscher Sicht zwei Gründe: Erstens steigt in Zeiten des Aufschwungs nach einer Wirtschaftskrise zyklisch bedingt das Preisniveau und damit entsteht Inflations. Zweitens wird die Situation durch die Schuldenkrise der Staaten verschärft. Inflation hilft Kreditschuldern, die reale Schuld schrumpft dadurch im Verhältnis zum Einkommen bzw. dem BIP. Daher heißt es entweder sparen oder eine steigende Inflation in Kauf nehmen – und von Sparbemühungen von Staaten wie Griechenland ist momentan niemand überzeugt.
Aus diesem Grund befürchten viele eine sehr hohe Inflationsrate, wie sie nach den 1990er-Jahren in Europa nicht mehr gesehen wurde. Schon in den letzten Monaten zog die Inflation deutlich an. Etwas überraschend kommen nun die Meldungen über eine gesunkene Inflationsrate im Mai.
Erstmals seit 9 Monaten gab es im Mai 2011 in Deutschland wieder einen leichten Rückgang der Inflationsrate. Die Inflation betrug im Mai im Jahresvergleich nur noch 2,3 Prozent – es handelt sich daher auch nur um einen minimalen Rückgang im Vergleich zum bisherigen Hoch von 2,4 Prozent; aber zumindest ist die stetige Aufwärtstendenz damit vorerst einmal eingebremst. Ein dauerhaftes Ende der steigenden Inflationsraten ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.
In der Verteilung auf verschiedene Produktklassen ergibt sich ein differenziertes Bild. Der Trend der teurer werdenden Lebensmittel hält weiterhin an. Reisen sind hingegen billiger geworden – was für viele Urlauber, die bereits reserviert haben, allerdings zu spät kommen wird. Pauschalreisen wurden gar 6,7 Prozent billiger. Dass die Lebenshaltungskosten ingesamt konstant geblieben sind, liegt vor allem an sinkenden Energiepreisen und Rohstoffpreisen. Wenn diese früher oder später wieder steigen, so ist wieder ein deutlicher Anstieg der Inflations zu berfürchten. Anleger sollten sich daher frühzeitig darauf einstellen.
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