Geldanlage-Formen im Vergleich
Es gibt eine Vielzahl an Anlagemöglichkeiten für Geld. Doch welche Anlage ist für mich die richtige? Vor einer solchen Entscheidung sollte man klären, welches Risiko man eingehen will und wie lange man Kapital in einer Geldanlage maximal binden will. Grundsätzlich gilt: Je länger man das Kapital anlegen kann, desto höher darf das Risiko des jeweiligen Investments sein. Dabei sollte man jedoch auch immer die eigene persönlich Mentalität berücksichtige. Wer risikoavers eingestellt ist, sollte auf risikobehaftete Anlage auch besser verzichten.
Im Folgenden sind die wichtigsten Anlagemöglichkeiten vorgestellt und hinsichtlich ihrer Eignung für verschiedene Anlegertypen unterschieden:
Tagesgeld
Zahlreiche Banken bieten sogenannte Tagesgeldkonten an. Der Anleger erhält einen festen Zinssatz, der sich am Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) orientiert. Der Zinssatz kann somit theoretisch täglich variieren. Aktuell befinden wir uns in einer Niedrigzinsphase, weswegen die meisten Angebote bei 1 – 2 % Zinsen liegen und damit unterhalb der Inflationsrate
Vorteile: Als Anleger kann man jederzeit auf sein Geld zurückgreifen. Ein Tagesgeldkonto eignet sich also vorallem für diejenigen, die eine kurzfristige sichere Anlage suchen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass in einem Marktumfeld, in dem Zinssteigerungen zu erwarten sind, die Verzinsung entsprechend steigen kann. In einem solchen Markt befinden wir uns aktuell
Tipp: Sie sollten darauf achten, dass Sie nur Angebote von Banken auswählen, die dem Einlagensicherungsfonds unterliegen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Bank (siehe irische Kauping Bank) Ihr Vermögen weg sein kann.
Festgeld
Beim Festgeld legen Sie Ihr Geld für einen bestimmten Zeitraum fest bei einer Bank an. Im Unterschied zum Tagesgeld sind Sie also nicht so flexibel und haben erst nach Ablauf der vereinbarten Anlagedauer Zugriff auf Ihr Kapital.
Vorteile: Das Geld ist sicher angelegt und die Bank zahlt regelmäßig einen etwas höheren Zins als beim Tagesgeld.
Tipp: Im aktuellen Marktumfeld sollten Sie als risikoscheuer Investor einem Tagesgeldkonto den Vorzug geben. Beim Festgeld erhalten Sie für den gesamten Zeitraum den vereinbarten Zins. Etwaige Zinssteigerungen werden jedoch nicht weitergegeben. Zudem sind die aktuellen Zinsaufschläge im Vergleich zum Tagesgeld gering und Sie verzichten außerdem auf Flexibilität.
Investmentfonds
Mittels Investmentfonds können Sie in verschiedene Anlageklassen investieren (z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe usw.). Die Auswahl der jeweiligen Titel übernimmt das Fondsmanagement.
Vorteile: Die Auswahl der jeweiligen Titel erfolgt durch Experten. Zudem erreicht der Anleger eine höhere Streuung als bei einem Einzelinvestment. Sie können die Anteile jederzeit verkaufen und bleiben insofern flexibel (ggf. allerdings mit Verlust). Zudem zählt investiertes Geld in Fonds zu Sondervermögen, welches im Falle eine Pleite der Bank nicht verwertet werden darf. Ganz anders ist dies z.B. bei Zertifikaten.
Tipp: Empfehlenswert ist der Erwerb von sogenannten Indexfonds, die schlichtweg nur den jeweiligen Index abbilden. Diese Fonds sind deutlich kostengünstiger als herkömmlich gemanagte Fonds. Zahlreiche Fonds haben es in der Vergangenheit außerdem nur selten geschafft, den Index zu schlagen.
Aktien
Bei größeren Geldanlagen kann ein Teil auch direkt in Aktien investiert werden. Mit dem Erwerb von Aktien beteiligen Sie sich direkt an einem Unternehmen. Der Aktienkurs orientiert sich in der Regel an der Entwicklung vom Unternehmen. Steigen dort die Gewinne, wirkt sich dies auch häufig auf den Aktienkurs aus.
Vorteile: Sie beteiligen sich direkt an einem Unternehmen und können auf Basis Ihrer persönlichen Einschätzung entscheiden, ob Sie investieren bzw. wann Sie aussteigen wollen. Aktien sind täglich handelbar, d.h. Sie können Ihr Kapital jederzeit zum jeweiligen Aktienkurs abziehen.
Tipp: Ein Direktinvestment lohnt sich nur bei größeren Anlagesummen. Zudem sollte auf eine möglichst hohe Streuung geachtet werden, indem mehrere Aktien erworben werden. Insgesamt eignet sich diese Anlage nur für erfahrene Anleger mit hoher Risikobereitschaft. Aktien können nicht nur über die Bank, sondern auch bei einem Onlinebroker wie Brokerjet (ein Online-Broker aus Österreich) bezogen werden.
Rohstoffe (z.B. Gold)
In Krisenzeiten empfiehlt es sich, auch über eine Anlage in Rohstoffe wie z.B. Gold nachzudenken. Als Möglichkeit kommt z.B. der direkte Erwerb bei einem Edelmetallshop (physisch) oder mittels eines Zertifikats (nicht physisch) in Frage.
Vorteile: Rohstoffe sichern Sie gegen Inflationsgefahren ab. Da es sich um Gebrauchsgüter handelt, bestimmt sich der Preis nach dem Sachwert auf Basis von Angebot und Nachfrage.
Tipp: Ergänzen Sie Ihr Depot um mit Rohstoffen. Sie erreichen dadurch eine größere Diversifikation und sichern sich gegen mögliche Inflationsrisiken ab.
Fazit
Jede Form der Geldanlage hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Ganz egal wofür man sich entscheidet. Man sollte versuchen, das beste Depot bzw. die beste Depotbank zu finden – nur so vermeidet man unnötige Ausgaben aufgrund von überhöhten Gebühren.
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